In Malawi ist die Kindersterblichkeit noch immer hoch – 2021 starben 42 von 1.000 Kindern vor ihrem fünften Geburtstag, oft an vermeidbaren Ursachen. Besonders kritisch für Kinder sind die ersten Stunden nach der Aufnahme ins Krankenhaus. Hier setzt unsere Digital ETAT Solution an. Die Lösung fungiert als digitale klinische Entscheidungshilfe, die das medizinische (pädiatrische) Personal Schritt für Schritt durch die Notfallversorgung führt – von Triage bis zur Behandlung.

Die Grundlage bildet ETAT (Emergency Triage, Assessment & Treatment), in Malawi entwickelt, von der WHO übernommen und vom malawischen Gesundheitsministerium fest in die nationale Ausbildung integriert wurde. Während ETAT analog bereits bewährt ist, ermöglicht die digitale Version eine deutlich breitere und schnellere Anwendung – auch in abgelegenen Einrichtungen.

Unser Ziel ist die Entwicklung, Bewertung und Skalierung eines klinischen Entscheidungshilfesystems. Die Digitalisierung der nationalen Leitlinien für das pädiatrische Notfallmanagement wird eine schnelle Verfügbarkeit von sicheren und effektiven Triage-, Ersteinschätzungs- und Behandlungsempfehlungen ermöglichen. Unsere einfach zu bedienende digitale Lösung ermöglicht eine breite und routinemäßige Nutzung.

Mittels Monitoring und Evaluation soll eine nachweisliche Verbesserung der Gesundheitsindikatoren gezeigt werden.

Das Programm wird über fünf Jahre in drei Phasen umgesetzt:

  1. Entwicklung der Lösung
  2. Einführung & Evaluation an bis zu 15 Krankenhäusern und Gesundheitszentren
  3. Landesweite Skalierung & Übergabe an das Gesundheitsministerium

Die enge Partnerschaft mit dem Ministry of Health Malawi und der Kamuzu University of Health Sciences stellt sicher, dass unsere Digital ETAT Solution nicht nur praxisnah entwickelt, sondern auch nachhaltig betrieben wird. Nach Abschluss der Programmphase wird das System vollständig vom Gesundheitsministerium gehostet und gewartet.

Langfristig soll die digitale Lösung dazu beitragen, durch eine hohe Akzeptanz und Benutzerfreundlichkeit, für eine verbesserte Einhaltung der ETAT-Leitlinien zu sorgen. Dann kann die Lösung als Modell für andere Länder im südlichen Afrika dienen.

Das Projekt wird finanziell gefördert über die Sonderausschreibung „Digitale Gesundheit“ der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) – und sucht noch nach weiterem Funding (erweiterte Forschungsprojekte in Planung bzgl. Effektivität und anderem). Melden Sie sich bei Interesse gerne bei Barbara Zimmer.

Kontakt:

Dr. Barbara Zimmer: barbara.leonie.zimmer@googlemail.com

Sophia von Blomberg: sophia.blomberg@gmail.com

Markus Pohl: pohl.mark@gmail.com